1.  "Entfesseltes Blitzen" auch an der Panasonic FZ50 bzw. Leica V-lux 1

Ab und an probiere ich die eine oder andere Variante fotografisch aus, um manchmal kurzfristig ein Beleuchtungsproblem zu lösen oder aber einfach nur mit wenig aufwendigen Mittel "billiger davon zu kommen".

Ein Problem für mich war eine Zeit lang die Tatsache , dass es mit dem in der Kamera integrierten Blitz nahezu unmöglich war, ordentliche Bilder von menschlichen Gesichtern zu erreichen. Meist "weiß und platt-geblitzt" war das Ergebnis, dazu ein rabenschwarzer Hintergrund - ergo ein unbrauchbares Foto. Portraitfotos, Paßbilder oder Bewerberfotos für die Familie - das ging mit dem Blitz in der Kamera einfach nicht.

entfesseltes Blitzen an der FZ50Ich kaufte mir als erstes einen TTL-Blitz DÖRR DAF34. Klein und bescheiden, wird schon reichen dachte ich mir und es passierte, was immer passiert, wenn man vorher nicht lange genug drüber nachdenkt - man kauft zweimal. Das 34er Blitzlein ist klein und handlich und obendrein preiswert, aber eine große Veränderung zum integrierten Kamerablitz war es nicht. Für das indirekte Blitzen erwies sich "der Kleine" als zu schwach. War die Decke des Raumes nicht mindestens schneeweiß, kam noch weniger an Licht zurück und das Ergebnis war wieder nicht das, was ich erreichen wollte.

Ich kaufte so als Nächstes den zweitgrößeren Blitz DÖRR DAF42 und stellte schnell fest, dass der nicht nur stärker war, sondern dass dessen Funktionen (insbesondere die Slave-Funktion) und die eingebauten indirekten Lichtreflektoren diesen Blitz erst richtig universell machten. Sehr schnell hatten sich zuammen mit dem DAF34 meine Möglichkeiten um ein Mehrfaches erweitert,  das Objekt auszuleuchten und mit dem Licht zu variieren. Eine zweite mobile Lichtquelle kam schnell auf den Wunschzettel. Später kaufte ich mir einen zweiten DAF42 und Standfüße für die beiden als Slave benutzbaren Blitze.

Inzwischen kann ich damit unter Zuhilfenahme von Bettlaken oder weißen Schirmen als lichtstreuende Reflektoren wunderbare Portraitaufnahmen machen. Für die engere familiäre Verwandtschaft entstanden bei mir die standartisierten Bewerberfotos oder Fotos für Ausweise und Pässe, die denen aus Ateliers in nichts nachstanden. Gut zugegeben, Fotos für einen Reisepass haben wir mehrmals gemacht, weil ich es einfach nicht übers Herz brachte dieses "dumm dreinschauende  Flachgesicht", fachlich richtig ausgedrückt ein "biometrische Foto",  von meinem Fotomodell zu verfertigen. Aber auch das klappte schließlich als ich einsehen mußte, dass es eben so und nicht anders vonnöten war. Der Gesetzgeber will eben keine schönen Bilder. Aus Datenschutzgründen und weil ich keine Genehmigung meiner Fotomodelle zur Veröffentlichung ihres Konterfeis habe, kann ich im öffentlichen Bereich leider keine Bilder präsentieren.

Für das richtige "entfesselte Blitzen", so wie man das bei den Profis in den Ateliers sieht,  ist die FZ50 und auch die Leica V-lux 1 leider nicht geeignet. Es gibt keine offiziellen Adapter hierfür, die dann auch noch das TTL-Signal übertragen würden. Es wurden vor Jahresfrist bei polnischen  und tschechischen Fotohändlern Adapter, angeblich lt.Werbung für das entfesselte Blitzen angeboten, die aber im Prinzip auch nur eines machten - sie lösten die anderen Blitze aus, ohne deren Leistung in irgendeiner Weise zu steuern. Prinzipiell machten die nichts anderes als unsere Slaveblitze, nur eben als Funksignal, was bei uns als Lichtsignal für eine Fotozelle erzeugt wurde. Eine Weile waren diese Adapter auch bei Ebay im Angebot, sind aber mittlerweile wieder verschwunden, weil sie gegenüber der herkömmlichen Slaveblitz-Technik keinen sichtbaren Fortschritt erbrachten.

Die hier gezeigte Lösung tut das Gleiche. Während der Blitz auf der Kamera noch das TTL-Signal erhält, blitzen die beiden anderen im Slave-Modus geschaltenen Blitze mit voller Leistung. Das bedeutet, dass man vorher ein paar Belichtungsserien machen muß und quasi mit "Erfahrungswerten" arbeitet. Da die beiden Slaveblitze mit Streuscheiben oder Reflektoren in ihrer Intensität und Richtung zu beeinflussen gehen, die Blitzköpfe 360 Grad um sich selbst zu drehen und 180 Grad zu neigen gehen, kann man faktisch jede gewünschte Lichtsituation erzeugen. Mag sein, dass das manchem zu unkomfortabel erscheint, aber es ist eben die einfachste und wahrscheinlich auch einzigste Variante mit der FZ50 so etwas wie "entfesseltes Blitzen" zustande zu bekommen. Grundsätzlich ist es auch möglich bei der obigen "Dreier-Kombination" den kleineren TTL-Blitz auf der Kamera einzusparen und die beiden Slaveblitze mit dem in der Kamera befindlichen aufklappbaren Blitz zu steuern. Aber der DAF34 war nun mal schon da, zwingend notwendig ist er nicht. 

Interessante Möglichkeiten bietet der Slavemodus z.B. auch bei Aquarienaufnahmen, wenn man einen der Slaveblitze in einem weißen Pappreflektor als indirekte Beleuchtung in die weiße Pappe hinein auf die Deckscheibe des Aquariums legt. Im Ergebnis entsteht ein Foto mit einem außerordentlich weichen und schlagschattenfreien Licht.

Jeder der drei Blitze geht natürlich auch einzeln zu verwenden. Je nach eigenem Gusto sind noch wesentlich mehr Varainten und Möglichkeiten  machbar. Die beiden "Slaveblitze" können durch Umschaltung auch als "richtige" Blitze auf der Kamera eingesetzt werden oder mit einem iTTL-Kabel an Traversen für die mannigfaltigsten Blitzsituationen eingesetzt werden. Das passende iTTL-Kabel für die FZ50, respektive die Leica V-lux 1, ist bisher nur über den polnischen Fotofachhandel erhältlich.


2.  Panoramafotos mit der  FZ50 bzw. Leica V-lux 1

der Selbstbau eines "Freihand-Nodalpunkt-Adapters" für die FZ50 v. Werner D./ Stuttgart, mit dessen frdl. Genehmigung aus dem Lumixfreunde-Forum 

Nodalpunkt MNodalpunktadapter2nodalpunkt bei querformat

Den meisten "Alltagsfotografen", die sich eine handeslübliche Kamera kaufen, ist es zumeist gar nicht bewußt, dass das Anfertigen von Panoramafotos nicht einfach nur das bildweitenweise "Weiter"-Drehen und Auslösen der Kamera auf dem Stativ oder freihand bedeutet. Letztendlich baut man die Bilder dann zuhause zusammen und wenn man Glück hat, paßt es, meistens aber auch nicht. Manche Hersteller haben Programme hierfür im Set beim Kauf der Kamera, andere Hersteller boten sogar spezielle Speicherkarten mit eingeleuchteten Panoramamarken hierfür an. Der springende Punkt ist aber bei den wenigsten der, dass sich die Bildseiten ausreichend breit und genau passend überlappen, sondern dass die Kamera überhaupt erst einmal in eine Stellung gebracht wird, die diese notwendigen Überlappungen genau genug ermöglicht. Handelsseitige Begriffe wie "Panoramakopf" oder "360-Grad-Einteilung" suggerieren dem Unkundigen, das man einfach nur noch die Kamera um das Stativgewinde zu drehen brauche und fertig wäre alles. Genau dort stimmt es aber nicht. Der Drehpunkt ist nämlich nicht das Stativgewinde sondern ein Punkt im Objektiv, der der Nodalpunkt genannt wird, der ist es, um den sich alles drehen sollte. Der Nodalpunkt beschreibt den Punkt in der Kamera oder im Objektiv (Linsensystem), an welchem sich der Strahlengang bricht bzw. sich das aufgenommene Bild durch die Optik umgedreht (Punkt M) wird.
Die Achse (A) wird oft auch Pivot-Achse genannt und bezeichnet die gedachte Achse, um die sich die Optik drehen sollte, um ein verzerrungsfreies Resultat zu erzielen. (oben links die Seitenansicht einer Linse, in der Mitte das Ganze nochmal mit Kamera und Adapter)

In etwa an der Kamera heißt das, daß der Punkt, um den sich alles dreht, nicht "im Stativgewinde" sondern im Objektiv zu finden ist. Das oben rechts zu sehende Bild zeigt eine FZ50 in Draufsicht. Das grün-schwarze Symbol im Blitzschuh markiert in etwa die Lage des Stativgewindes (natürlich an der Unterseite), der rote Punkt dagegen die Lage des Nodalpunkte im Objektiv der Kamera, unter Umständen ist dieser sogar noch etwas mehr zum Zoom-Ring hinauf gelegen. Man muß das experimentell ermitteln, denn die Hersteller markieren den Nodalpunkt nicht.


Der Vorteil der Leica V-lux1 oder der FZ50 ist schon einmal der, dass der Nodalpunkt in der Achse des Stativgewindes liegt - oder man kann es auch umkehren - dass das Stativgewinde in der Achse des Nodalpunktes liegt. Für die FZ50 oder die Leica V-lux gilt damit bei Panoramas im Querformat, dass man lediglich einen Langloch-Adapter benötigen würde, um die Kamera mit dem Nodalpunkt über das Stativgewinde zu schieben und zu arretieren. Allerdings sind Querformat-Panoramas schon ab vier Bilder relativ lang und substanzlos, so dass sich immer mehr die Version durchgesetzt hat, Fotos im Hochformat zu schießen und diese zu einem Panorama zusammen zu setzen.

Ich persönlich bin da noch etwas "konventionell-unbeweglich" und fotografiere noch immer im Querformat und mit dem Manfrotto Stativ-Panoramakopf 300N, füge dann aber auch nur zwei oder drei Aufnahmen zu einem Panorama zusammen.

Handelsübliche Nodalpunktadapter sind extrem teuer und wenn man die ganze Mimik auf verschiedenen Websites so sieht, auch aufwendig und sperrig. Also war es nur normal, dass alle möglichen Selbstbauprodukte ersonnen wurden.

Werner D. hat dazu seine Version bei den Lumixfreunden veröffentlicht: Das Ziel war: Hosentaschentauglich u. leicht sollte der Adapter sein, schnell aktivierbar und kostengünstig.    


Und so sieht das Teil an der Kamera montiert aus:

nodalpunktadapter an der Kamera

Werner D. fotografiert seine Panoramafotos im Hochformat. Das bedeutet zwar, dass er für ein Panorama mehr Einzelfotos benötigt, das bedeutet aber auch, dass seine fertigen Panoramafotos letztendlich nicht zu derart schmalen und langen "Schlipsen" werden, wie sie beim Querformat entstehen. Panoramafotos, die aus Hochformatfotos entstanden sind, haben einfach mehr  Substanz und mehr Masse.

Hier findet der Interessierte die originalen Adapter-Skizzen u. Fotos von Werner D. Sie brauchen dazu einen Acrobat Reader oder andere Software, mit der PDF-Dateien lesbar gemacht werden können:

Nodalpunktadapter-für-Freihandpanoramafotos-PDF-1

Nodalpunktadapter-für-Freihandpanoramafotos-PDF-2

Getestet habe wurde das Ganze von Werner D. nach diesem System:

Bestimmung des Nodalpunktes-PDF

Zu den Material-Kosten:
Alu-Winkelschiene 40 x 20x x 2 mm = 3,40 €
Alu-Rohr 12 mm Durchm. = 2,80 €
2 HAMA-Schrauben 'a 2,50 €
1 Bogen selbstklebende Samtfolie = 1,50 €
1 Streifen selbstklebender Schaumstoff 2 mm stark = als Muster aus dem Baumarkt = 0,50 €
verschiedene Schrauben und Kleinteile ca. 3,00 €
Summe etwa 12,70 bis 14,00 € je nach Baumarkt

Ein Testfoto, gemacht mit dem beschriebenen Freihand-Adapter aus 5 Einzelbildern im Hochformat, ist hier zu finden. 

kleinesPanoramafoto

Bitte anklicken , es öffnet sich ein größeres Bild.

Einen herzlichen Dank an Herrn Werner Demuth aus Stuttgart



3.  Rauschen lassen oder Entrauschen ?

Das Thema ist heiß. Insbesondere seit die Hersteller auf Sensoren ab 1/1,8 und kleiner immer mehr Pixel quetschen, so etwa ab 7MP bis inzwischen schon 14 MP ist das Rauschen ein Dauerbrenner geworden. Man muß deutlich sagen, aufgrund der Technologie mit Strom auf lichtempfindliche Senoren zu "schreiben", rauschen eigentlich alle Sensoren, egal wie groß oder klein grundsätzlich. Das Rauschen wird jedoch desto deutlicher, je kleiner der Chip ist und desto mehr lichtempfindliche Pixel auf ihm befindlich sind. Zusätzlich regeln die Hersteller die Lichtempfindlichkeit durch mehr oder weniger starken Stromfluß, was wiederum bedeutet, dass hohe Lichtempfindlichkeiten ab ISO400 den kleinen Sensor derart erwärmen, dass das Rauschen auf den Bildern bis zur Unbenutzbarkeit gesteigert wird. Darin liegt auch die Ursache, warum wir früher mit 3MP oder 2,1 MP auf einem Sensor und gerademal ISO 400 kaum über das "Rauschen" redeten. Ab ISO400, maximnal ISO800 war definitiv Schluß. Aber die Hersteller verstanden es, einen regelrechten Wahn nach Pixelzahlen und Filmempfindlichkeiten zu entfachen. Angeblich entstand so der Wunsch im Volke nach größeren und schärferen Bildern und nach Kameras, die auch unter den schlechtesten Lichtverhältnissen noch Bilder fabrizieren sollten. Die Hersteller beschritten den Weg, die Zahl der Pixel zu erhöhen und den Stromfluß zu verstärken um "Filmempfindlichkeiten" vorzugaukeln, die schon fast an Nachtsichtgeräte grenzte. Wer nun adäquat dazu den Sensor vergrößert hätte, hätte früher oder später mehrere Kilo schwere Kameras und unbezahlbare Sensoren auf den Markt gebracht. Also blieben die Sensoren gleich groß oder wurden gar noch kleiner und die Zahl der Pixel wuchs beständig. Da man den Kunden mittels gezielter Werbung und Polemik endlich dort hatte, wo man ihn haben wollte, wurden plötzlich Lichtempfindlichkeiten durch höhere Stromstärken von ISO 1600, ISO 3200 und noch mehr erzeugt, d.h. wurden die kleinen Sensoren wurden regelrecht "durchgebraten". Das Ergebnis waren Bilder, die so verrauscht waren, dass die Kunden sie letztendlich ablehnten.

Leider führte das bei den meisten Herstellern aber nicht dazu, dass der "Pixelwahn" abflachte. Im Gegenteil immer mehr Pixel wurden Jahr für Jahr auf die Neuerscheinungen gepackt. Das zwang die Hersteller, interne Kameraprogramme gegen das Rauschen zu entwickeln. Heute versprechen die Hersteller durch eingebaute Entrauscher (das ist spezielle Software, nichts weiter) nahezu rauschfreie Bilder, d.h. der "Gries" soll von den Bildern genommen werden. Aber mit den Entrauschern ist es wie mit den Verbrechen in der Kriminalität. Versucht der Täter die Tathergangsspuren zu verwischen, so erzeugt er neue, meist noch auffälligere Spuren durch die Verwischung selbst. Genauso ist es mit den Entrauscherroutinen in unseren Kameras. Punkte oder Gries werden im Prinzip nur verwischt und was vorher vielleicht noch klar detailliert aber grobkörnig war, ist danach verwaschen, aquarellartig in einen undefinierbaren Matsch übergegangen und nennt sich dann "bereinigtes Bild". Ich persönlich meine, dass der Entrauscher letztendlich noch Schlimmeres verursacht.

Die folgenden beiden Bilder sollen das vergegenwärtigen. Oben das Bild, welches mit ISO400 gemacht wurde, nur leicht nachgeschärft, aber nicht entrauscht, darunter das Bild, ebenfalls wieder mit ISO400, leicht nachgeschärft, aber diesmal der Entrauscher aktiv.

ISO400-ohne-entrauscher-nur-geschaerftDa die beiden Bilder nur Sinn haben, wenn man sie 1:1 öffnen kann und selbst die Einzelheiten betrachten kann, habe ich die Originalbilder in voller Auflösung darunter belassen.

Beachten Sie bitte aber auf den beiden nebenstehenden Bildern, dass diese Links dann Dateien mit je ca. 4 MB Größe öffnen.

Sie ersehen an den Bildern, dass das Rauschen zwar auffällig ist, aber es stört nur insofern, als des das Bild leicht mit "Gries" überzieht. Es gehen aber keine Details verloren. Man sieht selbst noch bei genaueren Dahinsehen die Kieselsteine, die auf den Betonplatten der Hauswand drauf sind. Auch das Astwerk des Baumes vor dem Haus, der auf den Frühling und auf seine Blätter wartet, ist noch detailliert und klar zu erkennen. Die Wedel der dunkelgrünen Bepflanzung neben dem Hauseingang sind als solche  noch klar zu erkennen. Auch der trockene braune Busch am Stamm des Baumes ist noch als Strauchwerk auszumachen, man sieht sogar die einzelnen aufrecht stehenden Zweige, wenn man genau hinschaut.



ISO400-leich-nachgeschaerft-mit-entrauscher

Das zweite Bild ist genau mit den gleichen Parametern entstanden, einziger Unterschied, hier wurde eine "Entrauschung" vorgenommen.
Der Glanz ist aus den Fensterscheiben weitgehendst verschwunden. Auch das Gewächs vor dem Haus, die Wedel dieses grünen Busches, sind nicht mehr differenzierbar. Das Ganze ist eine Mischung geworden, wie eine Portion Spinat. Auch der braune Busch am Stamm des Baumes spricht eine klare Sprache. Alles mutet an wie eine Pinselzeichnung. Wenn es nun nach den Herstellern geht, dann ist ein solches Bild das bessere von beiden. Ich meine allerdings, dass das nicht entrauschte Bild wohl das brauchbarere Bild ist. Ohne dass der Kontrast verändert wurde, bin ich der Meinung, dass Bild 1 kontrastreicher, schärfer und deutlicher ist - und das obwohl das Rauschen auf diesem Bild nicht entfernt wurde.



Bei den älteren Kameras, wie bei der Olympus C-5050-Z war es noch möglich, die Entrauscher-Routine in der Kamera abzuschalten. Auch war die Kamerasoftware so eingerichtet, dass die Entrauscherfunktion nur bei Langzeitbelichtungen und bei ISO400 von selbst eingriff. Bei den neueren Kompakt-Kameras arbeitet der Entrauscher fast immer mit und kann gänzlichst nicht mehr abgestellt werden. Wer nun hofft, dass z.B. in der FZ50 oder in der Leica die Entrauscherfunktion auf Null zu setzen geht, weil man nur mit ISO64 oder ISO80 zu arbeiten gedenkt, der wird gleich zweimal enttäuscht. Während in der FZ20 und der FZ30 noch eine Option ISO80 existierte, hat Panasonic die in der FZ50 für unnötig gehalten, weil ja nun die Venus-Engine III mit einem starken Entrauscher drin werkelte und bietet in den beiden Kameras ISO100 als niedrigsten Wert der Filmempfindlichkeit an. Die Kamera rauscht aber bereits bei ISO100, so wie übrigens alle anderen auch, und Panasonic hielt es für richtig, das Problem ohne Nachfrage, unabhängig davon ob der Kamerabenutzer das will oder nicht, zwangsweise gleich selbst zu klären. Meines Erachtens ist das Rauschen bei ISO100 so gering, dass der Entrauscher unnötig ist und eine komplette Abschaltung besser gewesen wäre, als die Option, den Entrauscher immer mitarbeiten zu lassen. Dieser Entrauscher greift recht agressiv ins Geschehen ein und im JPEG-Modus ist man nur in der Lage, den Entrauscher auf SLOW zu setzen, was das dann auch in der Kamera immer bewirken möge. Zumindest bleiben die JPEGs bei SLOW noch gut bis sehr gut, wer aber mal probeweise den Entrauscher auf HIGH setzt, der weiß sicher schnell, was ich meine. Abschaltbar wäre besser, bber er geht nicht mehr auszuschalten. Der Glaube, dass der Entrauscher so "intelligent" sei, dass er die verrauschten Partien im Bild erkennen würde und nur diese bearbeiten würde, ist ebenfalls ein Irrglaube. Der Entrauscher bügelt alles platt, gleichgültig ob verrauscht oder nicht verrauscht.

Die einzige Möglichkeit sich vor diesem bösartigen Feature völlig in Sicherheit zu bringen, ist die Fotografie im RAW-Modus, bei dem das Bild in der FZ50 und in der Leica V-lux als 19,4 MB große Datei im sogenannten Rohformat abgespeichert wird und nach Aussage des Herstellers unbearbeitet und durch die Software unangetastet, quasi "als Jungfrau" aus der Kamera kommt, defacto völlig unbearbeitet durch die innere Software der Kamera. Damit also auch nicht entrauscht, setze ich mal voraus. Im Konverterprogramm konnte ich aber auch keine Anzeichen finden, dass der Entrauscher schon in der Kamera an der RAW-Datei herumgebastelt hatte. Ruft man das Bild im Konverter mit dem Profil "Neutral" auf, scheint es wirklich absolut unberührt zu sein.

rawtherapee-thumbMan kann dann mit einem RAW-Konverter das Bild "entwickeln" und je nach eigenem Gusto entweder gar nicht entrauschen oder nur ganz schwach, aber man hat den unbeschreiblichen Vorteil nicht dieser agressiven kamerainternen Vermatschungs-Entrauschung rettungslos ausgeliefert zu sein. Viele Hersteller liefern mit ihren Kameras bereits "Kostproben" von RAW-Konvertern mit, die aber immer eingeschränkt sind und man letztendlich dann eine Vollversion oder ein Update kaufen muß, wenn man alles haben will. Panasonic liefert Skylpix mit, der aber m.E. mehr Viewer als Konverter ist. Der Funktionsumfang ist relativ ärmlich.
Besser kommt man mit freier Software weg. Hier gibt es mehrere RAW-Konverter wie Ufraw, Dcraw, Rawstudio und RawTherapee. Der Umfangreichste und bisher professionellste Konverter aus dieser Reihe ist RawTherapee (linkes Bild), der auch die RAW-Dateien der FZ50 und der Leica verarbeitet. Im Prinzip geht hier alles, was eine moderne Bildbearbeitung braucht, einzustellen, nicht nur allein die Umkonvertierung der RAW-Dateien in JPEG-Dateien. Die Einarbeitungsphase und ein gewisses dickes Fell gegen Rückschläge muß man schon mitbringen, denn das Programm erschließt sich nicht in einer halben Stunde. Da RawTherapee aber in in ein selbst angelegtes Unterverzeichnis "converted" speichert und die Ur-Dateien unbehelligt läßt, kann man solange "Mist produzieren", wie man nur will - in der Regel bleibt die wertvolle Bilddatei immer halten und man kann immer wieder von vorn anfangen. Wenn man Vergleichsbearbeitungen produzieren will, überschreibt RawTherapee die vorangegangene Bearbeitung nicht, sondern lägt neue Dateien mit dem Suffix -1, -2, -3 etc. an. Man kann aber auch einfach den Unterordner "converted" umbenennen, z.B. in "converted1" und RawTherapee legt ein neues Verzeichnis an. so bleibt alles erhalten und auch die Versuche, die im Lernprozess erstellt wurden, bleiben erhalten.
Ufraw überschreibt Dateien ohne Nachfrage und das ist kreuzgefährlich, auch Rawstudio hat seine eigenen Macken. Ich habe mich nach kurzem Probieren mit Ufraw und Rawstudio für RawTherapee entschieden und arbeite damit schon einige Jahre. Ich persönlich halte RawTherapee für die beste RAW-Konvertierungssoftware die es zum Download als OpenSource gibt. Sie ersetzt wertgleich Programme, die vergleichsweise mit mehreren hundert Euro zu Buche schlagen.
Man muß aber beim Kauf neuer Kameras immer drüber nachdenken, dass neue RAW-Dateien anfangs durchaus durch freier Software nicht bedient  werden können, weil es erst einmal soweit kommen muß, dass die Hersteller den Code für die RAWs freigeben oder die OpenSource-Entwickler den Code identifizieren können. Bei der FZ50 hat es etwa ein Jahr gedauert, bis deren RAW-Dateien in RawTherapee liefen. Darüber muß man sich im Klaren sein, wenn man mit OpenSource arbeitet.
Es ist auch jetzt schon klar, dass die RAWs solch neu angekündigter Kameras, wie der Samsung NX10 oder der Finepix HS10 mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einige Zeit erstmal nicht mit RAW-Konvertern aus der OpenSource-Branche bearbeitbar sein werden.. Das war anfänglich immer so und ist auch normal und erklärbar. Ich habe immer erst dann, wenn ich mir sicher war, dass meine Software weiter Verwendung finden konnte, neue Kamera gekauft. Das ist auch einer der hauptsächlichsten Gründe, warum es bis heute bei mir noch keine Lumix der G-Reihe gibt.